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Als am Samstag Vormittag Starkregen einsetzte konnte noch niemand ahnen welches Ausmaß dies annehmen würde und welches Einsatzaufkommen auf die Feuerwehr Fernitz zukommen sollte.
Niederschlagsmengen von über 70 Liter/m² in einem Zeitraum von knapp 2 Stunden ließen sämtliche Bäche und Entlastungsgerinne sehr schnell an ihre Grenzen stoßen und über die Ufer treten.
Der Ferbersbach, der Oberflächenwasser von Lassnitzhöhe Vasoldsberg und Hausmannstätten nach Fernitz transportiert wurde zum reißenden Strom und überflutete bereits Ortsteile in Hausmannstätten.
Bei der Ortsgrenze zu Fernitz trat er dann vollständig über die Ufer, riss gleich zu Beginn die Brücke der Laufstrecke weg und überflutete schließlich Teile der Buchkogelstraße, Promenadenweg, Grabenweg, Schulgasse, Schilfweg, Werkstraße, Erzherzog Johann Platz, Kalsdorferstrasse und die Murbergstraße und setzte dabei zahlreiche Keller teils meterhoch unter Wasser.
Innerhalb kürzester Zeit gingen nicht weniger als 95 Alarmadressen über den Notruf 122 bei uns ein. Um ein schnellstmögliches Abarbeiten der Einsätze gewährleisten zu können wurden in Absprache mit der Einsatzleitung Fernitz und dem Einsatzführungsstab des Bezirksfeuerwehrkommandos Graz Umgebung die Feuerwehren Gnaning, Eggersdorf, Unterpremstätten, Wundschuh und Dobl zur Unterstützung in das Gemeindegebiet Fernitz beordert. In der Zwischenzeit wurde von Bürgermeister Karl Ziegler und der BH Graz Umgebung die Gemeinde Fernitz zum Katastrophengebiet erklärt und Teile der Murbergstraße und der Kalsdorferstraße für den gesamten Verkehr gesperrt.
In knapp 5 Stunden wurden mehr als 4000 Sandsäcke im Bauhof befüllt und an neuralgischen Punkten zu Schutzwallen aufgebaut. Neben den Bediensteten des Bauhofes waren auch Landwirte mit 6 Traktoren unentwegt im Einsatz und führten den Transport der Sandsäcke durch.
Neben der „Schadenslage Hochwasser“ wurde die Feuerwehr Fernitz auch mit medizinischen Notfällen konfrontiert. Das angeforderte Rote Kreuz konnte mit seinem Einsatzfahrzeug nicht zu einer Person in einem lebensbedrohlichen Zustand vordringen. Erst mit dem RLF Peggau war ein Transport der Sanitäter durchzuführen. Ein weiteres Mal mussten lebenswichtige Medikamente mittels Einsatzfahrzeug von der Apotheke geholt zu einem Patienten gebracht werden.
Der gesamte Einsatz dauerte von Samstag Mittag durchgehend bis Sonntag Abend, selbst während des Blumencorsos waren 2 Trupps mit zwei Fahrzeugen im Gemeindegebiet mit Auspumparbeiten und Reinigungsarbeiten beschäftigt. Auch an den darauf folgenden Tagen mussten noch einige Keller von Wasser und Schlamm befreit werden.
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